Sorgearbeit für die Biospähre

Es beginnt in unmittelbarer Nähe, denn Grundlage jeglicher Sorgearbeit sind Respekt und Wertschätzung gegenüber den Mecnschen, die mir am nächsten sind, bei Partner*in und  Kindern, bei der Familie und bei Freund*innen, Bekannten und Nachbarn. Wenn ich meine Partner*in  als Besitz ansehe, ihr und den Kindern gegenüber Gewalt in welcher Form auch immer ausübe, ihre Bedürfnisse missachte oder sie verachtend behandle, werde ich kaum empathisch stützende Sorgearbeit leisten können. Für sie nicht und nicht für andere. Sorge für die Erde beginnt in der Beziehung. Die Haltung wertschätzender Akzeptanz gegenüber den Menschen und der Gesellschaft, in der ich lebe,  ist Voraussetzung, um auch für die Biosphäre Sorgearbeit leisten zu können.

Mit dieser Grundhaltung wäre auch ein Lager wie Moria undenkbar. Ebenso die Ausbeutung von Arbeitskräften, besonders betroffen Frauen und Kinder. Sehen wir die Menschen als Subjekte mit Recht auf ein Leben in Würde, wären Szenarien rücksichtsloser Ausbeutung, wie sie überall auf der Welt stattfinden, nicht möglich. Man würde nicht einmal auf die Idee kommen, Kinder in ein Erdloch zu zwingen, um dort mit bloßen Händen Seltene Erden zu schürfen.

Ziel wäre es, von der imperialen Lebensweise zu einer Lebensweise der wertschätzenden Akzeptanz zu kommen und diese Haltung auch auf die Erde zu übertragen. Sie als Subjekt zu begreifen, für das wir genauso Sorgearbeit leisten müssen. Auf Dauer und ganz besonders jetzt, nach knapp zwei Jahrhunderten der Ausbeutung sämtlicher Ressourcen durch eben diese imperiale Lebensweise, die im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt. Vor allem wir, auf der nordwestlichen Halbkugel, sind für einen Großteil der Emissionen verantwortlich und haben die Erde damit krank gemacht. Nun braucht sie Pflege, um zu gesunden, rund um die Uhr und rund um den Globus. Haben wir die Größe, das zu bezahlen.

 

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